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Kennt ihr dieses Phänomen, wenn man etwas haben will aber nicht bekommen kann? Am heutigen Tag scheint dieses Phänomen besonders präsent zu sein. Es ist kalt, das Wetter ist zum Kotzen und ich arbeite an einem Windows PC. Letzteres ist ein heftiger Affront meiner Selbst.

Ich sitze in einem Büro, durchsuche das Internet nach Informationen von irgendwelchen mittelständischen Unternehmen und hacke dieses fein säuberlich in eine Tabelle ein. Nebenbei wird noch Facebook gesuchtet und die Twitter Timeline mir Zeugs voll geschrieben, welches ich irgendwie lustig oder interessant finde aber wahrscheinlich keinem interessieren. Mein Chef kommt rein und bietet mir einen Pfannkuchen an. Ich freue mich und beiße beherzt rein.  Nach dem Sättigungsgefühl tritt plötzlich ein anderes Phänomen auf: Müdigkeit. Ich weiß nicht warum, aber die Nacht war sehr kurz, ich lag ewig lange vorm TV und zerbrach mir den Kopf.

Ich werde immer wieder abgelenkt, bin unkonzentriert. Liegt das an der Straße, die direkt neben mir vorbei führt und meine Sinne erregt? Leute huschen vorbei, Autos wirken wie Lichtblitze in meinem Augenwinkel und die Uhr ist längst nach dem immer wieder einfahrendem Regio gestellt. Oder ist das der Drucker, der alle zwei Minuten etwas druckt?

Ich weiß es nicht. Ich beschließe Mittagspause zu machen und einen Döner essen zu gehen. Beim Verlassen der Agentur schaue ich zum Himmel hinauf. Ein helles, freundliches schwarz kommt mir entgegen und zu allem Überfluss regnet es auch noch. Prinzipiell habe ich nix gegen Regen. Aber kann der nicht dann kommen, wenn ich nicht da bin?

Ich laufe die Straße hinunter, gehe zur Bank und hole Geld. Als ich wieder raus komme, sehe ich auf der anderen Straßenseite ein Café. Es gefällt mir, daraufhin beschließe ich meine Mittagspause dorthin zu verlegen.  Nachdem ich die Tür geöffnet habe, eintreten will, bellt mich ein Hund an und könnte mich wohl zerfleischen, wenn der Besitzer ihn nicht zurück halten würde.

Den unerwarteten Schock überwunden, trete ich zur Bar vor, ordere einen Latte macchiato und die Karte. Eine nette Frau mittleren Alters nimmt die Bestellung entgegen und bietet mir einen Sitzplatz an. Ich setzte mich genau in die Mitte des Raumes an einen riesigen Tisch, der von etlichen Barhockern umringt ist. Kurze Zeit später kommt die Karte. Mir gefällt die Einrichtung, der Mix aus Barhockern, Couchecken und rustikalen Schränken steigert das Wohlbefinden meines Gemüts. Der Latte macchiato kommt und ich gebe noch ein Lachs Bagel in Auftrag. Ich wechsele den Platz und setze mich ans Fenster. Von dort aus sehe ich die vorbei fahrenden Autos, die S-Bahn Station und den Regen, der nicht aufhören will.

Bis der Bagel kommt, habe ich mich entschlossen meine Mom anzurufen. Sie geht ran, freut sich und wir schnacken kurz. Nichts besonderes aber okay. Plötzlich taucht eine Frau neben mir auf, ich war in Gedanken versunken und hatte mich erschrocken, es ist mein Bagel. Der Bagel tat gut. Verdammt gut. Ich hatte zwar keinen Hunger, jedoch bildete ich mir ein, dass ich ihn mir mehr als verdient hätte. Dieses Belohnungssystem vom Körper ist total toll! Schade, dass das nicht mit Wasser funktioniert.

Ich hatte aufgegessen, hörte mittlerweile Musik und beobachtete diverse Leute auf der Straße. Die Zeit total vergessen, springe ich auf, gehe zur Kasse und bezahle. Die Frau, die mir den Bagel verkauft hat,  fragt mich ob denn alles zu meiner Zufriedenheit sei. Ich bin immer mehr beeindruckt von dem Laden, cooles Ambiente, super Service und tolle Qualität der Ware. Hier komme ich bestimmt noch mal wieder. 

Vielleicht morgen, in meiner Mittagspause.

 

Es war Mitte April. Die Welt drehte sich unaufhörlich. Der begriff Zeit ist Geld nimmt Dimensionen an, die so vorher noch nie vorhanden gewesen waren. Als Stundenlöhner bei H&M kann ich mich ohne schlechtes Gewissen als Opfer der kapitalistischen Gesellschaft sehen. Wenn ich gefragt werde, ob ich arbeiten will, kann ich ja oder nein sagen. Nein bedeutet kein Geld, aber dafür mehr Zeit für mich.

Mitte April hatten plötzlich sehr viele Menschen wahnsinnig viel Zeit. Am 21. März brach der Eyjafjallajökull auf Island aus. Die Polizei rief für den Süden des Landes den Notstande aus. Die Winde wehten die Asche über ganz Europa und es wurde veranlasst, den Luftraum in fast allen Europäischen Ländern für mehrere Tage zu schließen. Es sei zu gefährlich die Flugzeuge starten zu lassen, die winzigen Partikel aus dem Vulkan könnten die Außenhaut und die Triebwerke der Flugzeuge schädigen und somit zu einer Gefahr für die Passagiere werden. Doch wie wurde entschieden, dass der Flugraum geschlossen wurde? Was veranlasste uns dazu, die Wirtschaft für mehrere Tage auszubremsen? 

Wir nahmen die wohl meist genutzte Technik der heutigen Zeit in Anspruch, gaben unser Denken auf und glitten in das Delirium der Halbleiterschaltkreise des 21. Jahrhunderts. Die Entscheidung auf ein europaweites Flugverbot basierte auf einer Computersimulation. Ganz Europa setzte auf einen Computer, einer der schlauer sein sollte als wir, den wir selber geschaffen haben? Wahrscheinlich waren es nur zwei kluge Köpfe, die einen Algorithmus programmierten, wie sich feinste Fremdkörper in 14.000 Meter Höhe auf die Flugeigenschaften von Flugzeugen auswirken.

Ich selber stand am 21. April auf dem Potsdamer Platz und sah blauen Himmel, keine Aschewolke und auch sonst nichts bedrohliches. Der Unmut bei den Fluggesellschaften wuchs, diese verloren täglich mehrere Millionen von Euro. Kein Wetterballon stieg hinauf um etwas zu messen, kein Flugzeug bewies bedrohliche Anzeichen aufgrund vulkanischer Aktivitäten und trotzdem wurden wir mit unseren eigenen Waffen geschlagen. Wir nutzten die künstliche Intelligenz, weil wir der unserigen Intelligenz nicht (mehr) vertrauten. Ist das Google 2020? Geben wir unserer Entscheidungsgewalt ab, weil wir denken, dass ein Computer uns voraus ist? Werden die Sience Fiction Filme wahr, wo Maschinen die Menschen kontrollieren? Ich finde, wir sollten diese künstliche Intelligenz immer kritisch hinter fragen und nie blindlings vertrauen. 

Ich war zwar nicht betroffen vom Flugverbot, jedoch fand ich es faszinierend zu sehen, wie abhängig wir von der modernen Technik doch sind. E-Mails werden millionenfach am Tag verschickt. Die Börsen dieser Welt funktionieren nicht ohne Computer. Der Verkehr und die Ampeln werden von „künstlicher Intelligenz“ geregelt. Die Kassensysteme in den Einkaufszentren arbeiten nur noch online, wenn das System mal ausfällt, könnte faktisch kein Kunde mehr etwas kaufen. Unser Geld ist auf einer Plastikkarte, die uns nur an einem Automaten Geld ausgibt. Wir vertrauen Google Maps um einen Ort zu finden. Geben Twitter die Schuld, weil Wahlergebnisse vorzeitig aufgetaucht sind. Die Welt beschleunigt sich so schnell, dass wir das alles nicht realisieren. Erst der Vulkanausbruch hat uns gezeigt, wie abhängig wir von Computern und modernster Technik sind. 

Die Berliner Zeitung schrieb am 20. April 2010: „Die avancierteste und in diesem Fall „abgehobenste“ Technik verursachte in der Praxis die technische Ausbremsung des globalen kapitalistischen Betriebs, der auf unbegrenzte Mobilität basiert.“ 

 

 

Für alle, die es nicht wussten, ich bin ein Berliner. Dort geboren, eine Zeit lang gelebt und nun wieder zurück. Also fast, ich wohne nun in Potsdam, aber das ist ja so gut wie Berlin, obwohl ich das langsam bereue. 

Ich habe meine letzten zehn Jahre auf dem Dorf verbracht mit 30.000 Einwohnern, also eigentlich habe ich in einer Stadt gewohnt, aber für mich ist das einfach nur ein Dorf. Dieses liegt 70 Kilometer nördlich und ist die Geburtsstadt von Fontane und .... äh ... ja... na ja reicht auch, glaube ich.

Ich bin auch der Meinung, dass ich schon so einiges von Deutschland und der Welt gesehen bzw. durch wunderbare Sekundärquellen nahe gebracht bekommen habe, um sagen zu können: „ Ich bin stolz ein Berliner zu sein!“

Jetzt könntet ihr mich schön in den Boden argumentieren und sagen Berlin ist voll blöd! Aber das mache ich jetzt einfach mal mit euch!

Ich bin stolz ein Berlin zu sein, weil ich nirgendwo auf der Welt erklären muss, wo ich herkomme, weil alle die hören, dass ich aus Berlin komme, einfach nur total begeistert und neidisch sind. Ich habe keinen Bauerndialekt und kann Hochdeutsch reden. Ich bin stolz ein Berlin zu sein, weil ich nicht total hysterisch werde und vor Begeisterung die halbe Welt zusammen schreie, wenn vor mir plötzlich ein H&M, Zara oder einer dieser riesigen Shoppingcenter auftauchen. Ich habe gelernt auf einer Rolltreppe rechts zu stehen und verstanden, dass es nicht ratsam ist, mit einer Karte und Kopf nach unten gerichtet durch Berlin zu laufen. Denn ich bin ja nicht der einzige Mensch im Umkreis von 100 Metern und habe das Gefühl, ich sei auf meinem heimischen Kartoffelacker. Ich bin stolz ein Berlin zu sein, weil ich weiß was Vapiano ist und wie man dort isst. Auch weiß ich, was ein Hotspot ist und ich habe verstanden, dass mein iPod touch erst in Verbindung mit dem Hotspot zu einem wirklich sinnvollen Objekt wird. Mein Verstand und Stolz reicht auch so weit, dass ich auch realisiert habe, dass nicht jeder Berlin automatisch auch berlinern muss. 

Ich bin noch viel stolzer ein Berliner zu sein, weil ich zum Feiern nicht ins Matrixx gehe und denke dort ist es toll. Demnach weiß ich auch, jener Potsdamer Platz wurde nur für euch Touristen gebaut, um euch von den wirklich schönen Plätzen fern zu halten. Zum Glück sind wir nicht München und deshalb bin ich so verdammt stolz Berliner zu sein, weil auch zugezogene Berliner als Berliner akzeptiert werden. Es wird nicht sofort gefragt, wo du her kommst, sondern einfach mit dir gelacht und gefeiert, als wärest du nie woanders gewesen. Außerdem interessiert es Keinem wie du rumläufst, weil hier sowieso jeder macht was er will. 

Vielleicht gewinnt Berlin nicht jeden Vergleich mit den anderen super Städten dieser Welt, aber es braucht sich vor keiner anderen Stadt zu verstecken!

So, und jetzt seid ihr an der Reihe! 

 

Ich stehe in der Küche, wasche ab und es klingelt an meiner Tür.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass er elf Minuten zu früh ist. Na gut, ich mache trotzdem auf und lasse ihn herein.

Wir wollen heute den Restalkohol von meiner letzten Homeparty vernichten, genauer gesagt, knapp einen Liter Edelvodka. 

Da es sich auf leeren Magen nur bedingt gut trinken lässt, beschließen wir erstmal was zu kochen, also ich beschließe etwas zu kochen. Es gibt Rindfleischbratlinge, Erbsen und Biovollkorn Fussilli.

Nach dem Essen fangen wir an zu trinken, eisgekühlter Vodka on the Rocks.

Die Flasche wird leerer, wir voller und der Tag immer kürzer.

Irgendwann entschließen wir loszufahren, zu zwei Freundinnen. Die haben zwar gesagt, wir sollen nicht vorbei kommen, weil diese lernen wollen aber das ist uns irgendwie egal. Achso, dieses lernen sollten wir eigentlich auch machen, da wir in ca. 35 Stunden eine dicke, fette Marketing Klausur schreiben werden! Nun gut, der Vodka wirkt bereits und feiern macht viel mehr spass als lernen. Sagt man zu mindestens.

15 Minuten später stehen wir vor einem wunderschönen Altbau an der Tür und klingeln.

Ein ungläubiges „NEIN!“ fällt von oben auf uns herab. Die Mädels schauen ungläubig aus dem Fenster und können es nicht fassen, dass wir trotz strikter Nein-Sagung gekommen sind. Wir werden trotzdem herein gelassen, erzähl ein wenig Blödsinn, lassen unseren restlichen Vodka in der Wohnung und legen ihnen nahe auch mit feiern zu kommen.

Die Wohnung wieder verlassen, radeln wir strikt unserem Bestimmungsort entgegen. Angekommen schließen wir unsere Fahrräder an und betreten noch kurz vor zwölf das Haus der lauten Musik und feiernden Meute.

Nach heiterem tanzen, trinken und kennen lernen neuer Bekanntschaften, entschließen wir uns den Weg nachhause anzutreten. Es Wird hell, der Alkohol verliert seine Wirkung und der Mund bekommt so einen faden, leicht bitteren Geschmack.

Wieder in der Wohnung angekommen, hat der Himmel endgültig seinen Grauschleier verloren und leuchtet nun rosa-blau. Es ist hell. Es ist der Tag vor der Klausur. Es sind noch 27 Stunden Zeit bis diese beginnt. 

Was haben wir heute gelernt aus Marketingsicht? Der 14 Euro Vodka ist voll berechtigt sich eine „Marke“ nennen zu dürfen. Extensiv hin oder her, das Leben spielt sich nicht im 865 Seiten starken Marketingbuch ab.

Deshalb immer dran denken, euer Produktlebenszyklus ist auch mal vorbei!

 

 

Ich werde wach, es ist hell und mein Magen knurrt. Wir haben Samstag. Ein Tag ohne Druck, ohne pünktliches aufstehen, ohne frühes aufstehen, ohne dass mich etwas oder irgendjemand nerven würde. Es ist ein wunderbarer Tag. Ich bin ausgeschlafen, habe nichts zu tun und werde einfach in den Tag hineinleben. 

Dieser beginnt mit TV gucken vom Bett aus. Ein wunderbares Gefühl, dieses noch halbmüde rumliegen und zu wissen, man kann das ewig machen. 

Doch eines rumort latent in mir, es ist mein Magen, aber dort ist noch etwas anderes.

Ich fühle mich unwissend, ja fast schon sukzessiv der Zeit hinterher. Dann fällt es mir plötzlich und unerwartet ein: „Ich bin offline, seit fast schon elf Stunden!“

Ich springe auf, klappe mein MacBook auf und checke meine diversen Social Networks, die Instant Messenger und alle möglichen Nachrichtendienste. Puuhh.... fast was verpasst, einer meiner Onlinefreunde fragt, ob wir heute Abend feiern gehen wollen.

Schnell geantwortet, Musik an und dann wird erstmal gefrühstückt. Das war aber echt knapp, die Message ist immerhin schon acht Stunden alt! Was ich alles verpasse, wenn ich offline bin!

Geduscht, gefrühstückt, eingekleidet sitze ich nun auf meinem Bett und zocke online Fußball auf der Playstation 3 gegen Menschen aus aller Welt.

Plötzlich höre ich ein so kleines „pling“,  was einer Triangel sehr nahe kommt. Was das ist?

Meine MacBook steht auf meinem Schreibtisch und ich habe soeben eine Mail empfangen. Schnell das Spiel pausiert, hin gerannt, drei neue Mails, es ist Facbook, drei meiner digitalen Freunde haben meine Status kommentiert, welchen ich vorhin gepostet hatte. 

Nach weiteren zehn Mails via Facebook, MySpace und StudiVZ sitze ich offline in der Tram, ich habe mich entschlossen ins Fitnessstudio zu gehen, von nichts kommt ja bekanntlich nichts!

Sagte ich offline? Hmmm naja das lässt sich ändern. Handy rausgeholt und erstmal einen Tweet bei Twitter gepostet. Es rennen schließlich genug bizarre dreinblickende Menschen durch die Welt. Oh, ich selbst habe zwei neue Tweets, sehr lustig. Nun noch schnell Facebook gecheckt bevor ich die Tram verlasse und dann nichts wie ab ins Fitnessstudio.

Das Krafttraining mehr schlecht als recht offline überstanden, laufe ich nun noch zu Kaufland um etwas zum Abendbrot einzukaufen. Unterwegs bekomme ich eine SMS, in dieser steht folgendes: “check your inbox!“

Hmm war ich denn schon wieder zu lange offline? Mist, warum habe ich noch kein iPhone, dann könnte ich meine Mails immer gleich via Push empfangen!

Naja, muss ich wohl oder übel warten bis ich zu Hause bin und laufe so nur semi online durch die Welt, weil auf meinem kleinen veralteten Display macht E-Mails checken wenig Spass!

Ich habs! ich gehe mit meinem iPod touch bei McDonald´s online! 

Merkt ihr etwas? Ich bin so ein omnipräsenter, digitaler Onlinemensch! Ich kann einfach nicht lange zeit offline sein. Man könnte mich auch als Mappel-Menschen bezeichnen, jemanden der ein iPhone besitzt und somit 24h verfügbar ist. Ich beneide diese Menschen, diesen Sommer werde ich auch zu dieser Art von Menschen gehören!

Dann frisst mich das world wide web total auf.

Aber mal ehrlich, ist das denn gesund? Ich meine wir verschicken Einladungen über Facebook, gratulieren uns zum Geburtstag, chatten stundenlang über Skype oder ICQ, verschicken Rundmails an alle unsere digitalen Freunde und sind eigentlich immer erreichbar!

„Jeder ist immer erreichbar. Die ganze Welt beschleunigt sich, alles ist dringend, und wo alles dringend ist, ist nichts mehr dringend, und damit schlittern wir in eine Bedeutungslosigkeit hinein.“ Dieses Zitat stammt von Joseph Weizenbaum, einer der wichtigsten Medientheoretiker und Erfinder des Ur-Internet. 

Ich finde dieses Zitat hat soviel Aussagekraft wie kaum eine Anderes im Bezug auf die Nutzung der „Social Media 2.0“.

Wie sollen wir denn noch unterscheiden können, ob wir wichtig sind oder nicht? Ob es ernst gemeint ist oder nicht? Wie funktioniert denn Humor und Ironie übers Internet?

Ich hatte vor kurzem Geburtstag. Was ich an Glückwünschen bekam via Internet war die wahre Pracht! 68 Mails gefüllt mir Glückwünschen und best regards jeglicher vorstellbarer Art. Dazu noch circa 15 SMS und 15 Anrufe. Ich finde das total krass! knapp 100 Leute haben mir gratuliert! Von manchen wusste ich überhaupt nicht, dass ich die kenne oder das die sich für mich interessieren! Ich wette vor 5 Jahren, hätten 80 % nicht mal gewusst, dass ich Geburtstag habe! Ich will und kann kein Wichtigkeitskriterium festlegen, welche Glückwunschsagung mir wichtiger ist und welche nicht. Ich habe mich gefreut, jedoch werde ich in Zukunft auch weiterhin das Telefonat oder die direkten Glückwünsche face to face bei anderen Geburtstagskindern bevorzugen! 

 

 

Der Zug hält, die Türen gehen auf und ich steige aus. Nur langsam kann ich meine Augen öffnen, ich bin total müde und würde am Liebsten sofort auf den Bahnsteig einschlafen.

Weil ich aber kein Penner bin und ein warmes Bett dem kalten Betonboden vorziehe, laufe ich die Treppen zur Bahnhofshalle hinauf. Oben angekommen, realisiere ich jetzt auch, dass es bereits hell geworden ist, die Sonne scheint zart rosa am Horizont. Wir haben Mitte März und ich muss bei angenehmen 12 Grad noch nach Hause radeln.

Es ist das zweite mal, dass ich dieses Jahr Fahrrad fahre. Jenes erste mal war vor ein Paar Stunden gegen Mitternacht zum Hauptbahnhof hin, in völliger Dunkelheit und viel Alkohol Intus.Ich war mit einem Freund auf dem Weg in einen Club. Dort super gefeiert, getanzt und viel getrunken, treten wir nun die Rückreise an. Wir sind völlig fertig, noch leicht betrunken und müssen jetzt mit dem Fahrrad das letzte Stück nach Hause.

Ich liebe diese Gefühl auf dem Fahrrad zu sitzen, leicht betrunken zu sein, extrem schnell zu fahren und dann den warmen Fahrtwind ins Gesicht zu bekommen. Es ist selten etwas so befreiend wie dieses Gefühl. Zu Hause angekommen, pumpt der Puls hoch und man fühlt sich wie neu. Auf mein nun folgendes Ritual bin ich besonders stolz. Ich gehe an den Kühlschrank, hole die Milchtüte heraus und nehmen einen kräftigen Schluck von der guten 3,8 prozentigen Biovollmilch. Danach folgt eine gute Scheibe Käse, um den Magen zu schließen. Magen schließen? Ich weiß nicht ob das stimmt, ich habe nur irgendwann einmal gelernt, dass der Franzose immer zum Schluss ein Stück Käse ist, weil es den Magen „schließe“. Jeder möge bitte selbst diesen Zusammenhang interpretieren. Man könnte sich nun ohne Probleme schlafen legen und den Restalkohol  abbauen. Jedoch ist es noch viel attraktiver sich vor den Mac zu setzen, ewig lange durch´s world wide web zu tingeln und vielleicht nach 30 Minuten zu merken, dass in der Nacht nichts essentiell Wichtiges passiert ist.

Den plötzlichen Drang nach Proteinen und Webdauerpräsenz gestillt, gleite ich nun sanft in mein Bett und versuche trotz massiver Helligkeit einzuschlafen. Ich wache auf, es ist hell, ich habe keine Ahnung wie spät es ist, jedoch weiß ich, dass ich aufs Klo muss. Guten Morgen. 

 

Ich stehe an der Kasse und will zwei Karten für ein Kinobesuch kaufen. Da ich Student bin, gebe ich mein Studentenausweis hin, um den ermäßigten Preis zu erhalten. Der Kassenwart fragt mich, was das für eine Uni sei, denn er könne mit Business School Potsdam (BSP) nichts anfangen. Darauf antworte ich ihm:“Es ist eine kleine Private im Herzen von Potsdam.“ Seine Stirn wird runzelig, die mir Ablehnung kommunizieren soll. Nach dem Motto: Wie könnte ich nur auf eine private Bildungseinrichtung gehen?Alles was dann noch folgt, ist die Aussage vom Kassenwart:“Ach ja! Die Privaten sind uns doch die liebsten.“ 

Ich verlasse die Tram und überquere mit meinem Mitbewohner die Straße. Wir suchen die Hausnummer 16. Diese recht bald gefunden, klingeln wir, uns wird aufgemacht und wir begrüßen den Gastgeber. Nachdem wir uns mit ein wenig Smalltalk durch die Wohnung gekämpft haben und ungefähr eine Stunde und zwei Bier vergangen sind, komme ich mit einem Typen ins Gespräch, der Medienwissenschaften in Dortmund studiert.Auch ich erzähle ihm was ich studiere, Kommunikationsmanagement an einer Privaten Bildungseinrichtung. Seine Stirn wird runzelig, die mir Ablehnung kommunizieren soll. Er könne es überhaupt nicht verstehen, warum ich auf „so etwas“ gehe, auf eine Bonzen-Uni.

Ich könnte noch zahlreiche Anekdoten über die Diskrepanzen von privaten Bildungseinrichtungen und dem staatlichen Studenten erzählen. Jedoch denke ich, dass das Problem welches ich anspreche, klar verstanden wurde.Warum hat die halbe Welt eine chronische Abneigung gegen Privatstudenten? Wir unterliegen den gleichen Gesetzen, wie auch einer staatliche Universität oder Fachhochschule. Der Wissenschaftsrat überprüft die Bildungseinrichtung alle fünf Jahre, dass heißt die FH oder Uni muss sich ständig verbessern und darf niemals resignieren.

Der einzige Unterschied besteht doch darin, dass Wir die die Dozenten bezahlen und nicht der Staat! Vielleicht haben wir auch besserer Lernbedingungen, aber was sind denn „besserer Lernbedingungen? Kleinere Gruppen? Besserer Lehrmaterialien? Engagiertere Professoren? Wird uns mehr geholfen bei den Prüfungen? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass unsere Prüfungen den Internationalen Standards entsprechen und die gleiche Gewichtungen haben, wie Jene an staatlichen Einrichtungen!

Aber warum habe ich mich dann für eine GmbH entschieden, bei der ich das Produkt Bildung kaufe? Nicht weil ich mich mit dem Titel „Elite“ profilieren will. Jener Titel ist den staatlichen Unis vorbehalten, so trägt die FU Berlin doch seit kurzem Prädikat „Elite“! Hat denn mal jemand überlegt, wie Elite definiert wird? Guckt es euch an, ihr werdet Augen machen!

Oder will ich mich bei meinen Freunden rühmen und sagen können, der „staatliche Pöbel“ ist nicht gut genug für mich? Nein! Ich mag die Atmosphäre an der  Business School Potsdam, hier stinkt es nicht nach Geld, kaum einer zeigt sich als „Bonze“ und alle sind super nett und offen! Klar rennt auch der Eine oder Andere rum wie ein Geschäftsmann und hält sich für etwas Besseres. Aber das findet man doch an staatlichen Einrichtungen genauso! Schaut euch mal bei den Juristen oder Medizinern um und redet mit denen! Euch fallen die Augen aus!

Bei uns müssen sogar viele einen Studienkredit aufnehmen oder ,wie ich, Bafög beantragen, um sich überhaupt das Studium leisten zu können! Vielleicht sagt ihr jetzt, Wir sind so blöd und blasen tausende von Euros in die Luft! Lauft weiter mit dieser Meinung durchs Leben, aber ihr werdet sehen, dass innovative private Unis wunderbare Bacherlorabschlüsse anbieten, die mitunter mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt bringen, als Medizin oder Jura! Und Viele von Euch könnten sich auch mein Studium leisten!

Think Different!

 

Mittwoch Abend. Deutschland verliert gegen Argentinien. Ich verlasse das Zimmer von meinem Mitbewohner, gehe in das Meinige und klappe mein MacBook auf, ungefähr zum zwanzigsten mal an diesem Tag. Ich merke, dass ich durst habe, gehe zum Kühlschrank, gieße mir ein Glas 3,8 prozentige Biovollmilch ein und kehre vor mein MacBook zurück. Es klingelt. Nein, nicht mein Handy, nicht das Haustelefon und auch nicht an der Tür. Meinem Apple benimmt sich wie ein Handy! Auf dem Bildschirm erscheint ein transparentes Fenster mit Feldern zum Klicken. Eines beschriftet mit Annehmen und eines mit Ablehnen. Ich klicke auf Annehmen und es kommt ein freundliches „Hello“ aus meinen Boxen.Es ist eine Freundin, eine Freundin aus Polen. Sie ruft mich via Skype an. Es gibt keinen bestimmten Grund, vielleicht ist ihr langweilig oder sie möchte mal wieder etwas loswerden, etwas dass sie stark belastet.

Ich kenne sehr viel Menschen und weiß meistens nie woher oder warum ich Diese kenne. Doch bei ihr ist es, als wäre es gestern gewesen. Gestern ist Sommer 2007, ich und meine Jungs fliegen nach Afrika, in eine 5 Sterne All Inclusive Hotelanlage nach Tunesien. Ich war gerade 18 geworden und freute mich wahnsinnig ohne Eltern Urlaub machen zu können. Thalassa Village Skanes, ein Ort am Mittelmeer überfüllt mit Franzosen, Franzosen, Franzosen... und ein paar Deutschen, Engländern und Polen. Am dritten Tag der französischen Unterdrückung sprach mich abends unter freiem Himmel , lauter Musik und rauschender Wellen jemand an. Die wohl schönste Polin die ich je getroffen hatte (na gut, auch die einzige). Nein, es war keine Sommerromanze, kein romantisches Abendteuer oder sonst irgendetwas in dieser Richtung. Es ist eine Freundschaft, die bis zum heutigen Tag anhält, ein Freundschaft geführt durch intensiven E-Mail-Kontakt und Telefonaten via Skype. Wir haben uns seitdem nie wieder getroffen. 

Auch ich begrüße sie mit meinem „Hello“ und wir fragen uns wie es uns geht, der Standard Begrüßung. Worüber wir uns dann unterhalten? Wir erzählen uns unser Leben, was wir erlebt haben in der vergangenen Woche und was wir am nächsten Wochenende machen werden, wollen oder müssen. Wir wissen eigentlich alles voneinander und das obwohl wir uns nur drei Tage gesehen haben, gesehen auf einem anderen Kontinent. Was ist das für ein Zufall? Zwei Menschen müssen nach Afrika fliegen um sich zu treffen, schaffen es aber nicht innerhalb von drei Jahren sich in Europa wieder zu finden? Eine Freundschaft aufgebaut auf einem Skype-Kontakt, einer Handynummer und einer E-Mail Adresse, man könnte auch sagen Web 2.0. Ich mag sie sehr und hoffe das wir uns in diesem Sommer endlich mal treffen können, denn sie ist ein Paradebeispiel gegen polnische Vorurteile und Klischees. Hübsch, intelligent und sie kann englisch sprechen und das meistens besser als manch Deutscher, der gerade Abi macht. 

dziękuję, że jesteś!

 

Student sein ist schon nicht leicht. So Protestieren doch Alle gegen zu volle Vorlesungssäle, zu wenig Geld für Hochschulbildung und zu viel Lernstoff für ein drei jähriges Bachelorstudium. Niemand ist mit irgendetwas zufrieden! 

Nun gut, diese Ansicht kann ich nicht teilen und kenne auch niemanden, der sich darüber explizit beklagt. Vielleicht alles nur ein Lückenfüller der Medien, um ihre Inhalte voll zu bekommen. So habe ich doch heute gelernt: Medien Lügen!

Aber mal ehrlich, wer hat denn gesagt, dass Studieren einfach ist, zu jeder Zeit Spass macht und frei von jeglicher Benachteiligung abläuft?

Dann solle man doch lieber Verwaltungsfachangestellter werden, ein Beruf, so sagte man mir einst, wo man durch wenig und einfache Arbeit relativ viel Geld verdienen könne.

Ein Wundermittel gegen langweilige, unterbezahlte Arbeit? Lasst uns alle irgendetwas verwalten, und wenn´s unsere eigene Dummheit ist! Hmm.... machen wir doch schon! Deutschland der Beamtenstaat. 

Was mich vielmehr stört an meinem Studentendasein, ist das tägliche Erwachen vor 8 Uhr! Kann da vielleicht mal jemand gegen demonstrieren, protestieren oder gar klagen?

Jeden Morgen klingelt mein Wecker pünktlich um 7.15 Uhr, in der Früh. 

Ab diesem Moment entscheidet sich, ob der Verlauf des Tages gut wird oder nicht.

Schaffe ich es nicht wieder einzuschlafen und irgendwann rechtzeitig einen Fuss auf den eiskalten Boden meines ZImmers zu setzen, so erreiche ich um kurz vor halb acht das Bad und entledige mich meiner. In der Zeit wo ich noch im Bett liege, stelle ich mir ständig diese eine Frage, Tag für Tag: „Warum muss ich jetzt aufstehen? ich habe verdammt noch mal keine Lust!“

Nachdem sich meine Augen an das Licht der aufsteigenden Sonne gewöhnt haben, backe ich mir Brötchen auf, koche mir Kaffee und durchforste das Internet nach Neuigkeiten, die die Welt in der Nacht geprägt haben!

Nach erfolgreicher Aufnahme von Information bei Spiegel Online, checken meiner E-Mails  und zahlreicher sozialer Netzwerke, habe ich wie jeden Morgen gemerkt, dass während der letzen 8 Stunden nichts bahnbrechendes geschehen ist.

Was nun kommt, ist die Koordination von Zeit und Raum mit dem Ziel, rechtzeitig das Haus zu verlassen, um die Tram noch zu erwischen.

Das entpuppt sich meistens als Balanceakt des Möglichen. Da ich eigentlich immer zur Tram rennen muss, um diese nicht zu verpassen.

Vielleicht sollte ich einfach mal die morgendlichen zehn Minuten Internetsuchten bleiben lassen! Aber ich muss immer und Überall Omnipräsent sein, ich könnte ja etwas verpassen!

Egal, so lange ich die Tram bekomme, werde ich nichts ändern.

Wenn jetzt noch die Sonne scheint und ich einen Sitzplatz erhasche, dann steht einem guten Unitag nichts mehr im Weg.

Ganz nach dem Motto: Jeder neue Tag ist ein Abenteuer, auch der Versuch erfolgreich wach zu werden.

 

 

Es ist Mitte Januar, ca. 20 Uhr und ich stehe bei minus 15 Grad Celsius mit einem Bier vor einer Tramstation und warte. Nein, ich bin nicht in Russland und habe mich nicht einem Selbstversuch ausgesetzt, der zeigen soll, dass Alkohol von Innen wärmt.
Ich bin in Deutschland, genauer gesagt in Potsdam und will gerade nachhause.
Ein Bier genießt man(n) am Liebsten gut gekühlt bei 4 Grad Celsius, alles was drunter liegt, verfälscht den Geschmack... Dies merke ich schon nach 5 Minuten, es ist so verdammt kalt draußen, dass mir nicht einmal ein gutes Bier mehr schmeckt!
Als Würde ein Franzose freiwillig Wein und Käse verachten! Mon dieu!
Aber was beschwere ich mich eigentlich? Es ist nun mal Winter und etwas Kälte hat noch niemanden geschadet... Was sollen denn die Kanadier sagen, die brechen doch auch nicht gleich in Selbstmittleid aus.
Schließlich kann man sich ja auch ein wenig wärmer anziehen, wie es auch schon Thilo Sarazin völlig selbstlos Hartz-IV-Empfänger empfohlen hatte. Eijeijei, der Thilo, ein Sparfuchs vor dem Herren! Insgeheim ein Lobbyist der „Vereinigung chinesischer Textilhersteller zur Verbesserung der deutsch-chinesischen Textilwirtschaft“, kurz der VcTVdcTW gGmbh. Kennt Keiner und braucht Keiner.
Den fünften Pullover über den Vierten gezogen und das dritte Paar Handschuhe gekauft, weil man die vorherigen in der S-Bahn vergaß... oder sagen wir lieber Bus!
Weil in der S-Bahn etwas zu vergessen, wird immer schwieriger in den heutigen Zeiten von Dunkelheit und Kälte. Fährt ja bloß einmal in der Stunde!
Kommt man dann doch mal in Berlin an und will vielleicht zum Alexanderplatz, so wird man von Wütenden Omas und Opas belagert, wie ein Rudel wilder Affen die einer einzigen Banane nachjagen! 
Nein, keine „Aktion Tier“ Kampagne gegen Kohlenstoffmonooxidmethan-Versuchen bei Ratten.
Berlin ohne Eis und Schne fordern sie vom Senat. Der Tod geht neue Wege, die Wege der Passanten. Er kommt plötzlich und ziemlich glatt daher, ja auch der Tod muss sich in Zeiten von Kijimea und Actimel neu definieren.
Wie gut es doch die Südstaaten haben, ein Leben mit Actimel und ohne Schnee führen zu  können.

 

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